Kinder, Kinder PDF Drucken E-Mail

Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst an der gleichen oder einer anderen psychischen Störung zu erkranken oder erhebliche Einbußen in der Entwicklung zu erleiden. Sie sind oft einer Vielzahl von Belastungen und Einschränkungen ausgesetzt und brauchen Aufklärung, Unterstützung und mitunter direkten Schutz bei einer Gefährdung des Kindeswohls. Eine Reihe von Kindern meistert die besondere familiäre Situation unbeschadet – von ihnen können wir lernen, was sie stark macht und wie wir ihnen dabei helfen können.

Bundesweit schätzt man die Zahl der betroffenen minderjährigen Kinder mit einem psychisch kranken oder suchtkranken Elternteil auf 2 bis 3 Millionen. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, später im Leben ebenfallsanken eine psychische bzw. Suchterkrankung auszubilden, gegenüber Kindern mit gesunden Eltern um ein Mehrfaches erhöht.

Neben dem Selbsterkrankungsrisiko können die Kinder beeinträchtigt sein durch weitere Belastungen, die ihre Versorgung und Erziehung, ihre familiäre Rolle, ihre emotionale Entwicklung und soziale Einbindung betreffen. Auch die betroffenen Eltern benötigen Hilfe in der Realisierung ihrer Elternaufgaben oder bei der Wahrnehmung der kindlichen Bedürfnisse. Aus Krankheitsgründen, Unkenntnis oder Angst fällt es ihnen jedoch oft schwer, Unterstützung für sich bzw. für ihre Kinder anzunehmen.



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Wie stark die Belastung für das einzelne Kind ist, hängt u. a. ab von:

  • Alter des Kindes bei Erkrankung von Vater oder Mutter
  • Einbeziehung des Kindes in die elterliche Erkrankung
  • Kompensation durch einen gesunden Elternteil
  • Resilienzfaktoren auf Seiten des Kindes
  • Krankheitseinsicht und Behandlungsverlauf beim Erwachsenen
  • Vorhandensein eines psychosozialen Unterstützungssystems

Diese Übersicht gibt uns Anhaltspunkte, welche Unterstützung die Kinder und die Eltern angeboten bekommen sollten, damit sie die besondere familiäre Situation besser bewältigen können. Vieles davon möchten wir mit dem Würzburger Projekt bereitstellen.

 

 

Foto: © Andreas Zöllick/www.pixelio.de